Unternehmertum und Zukunftspläne - Interview mit Alex S. Rusch

Unternehmertum und Zukunftspläne - Interview mit Alex S. Rusch

Unternehmertum und Zukunftspläne - Interview mit Alex S. Rusch

 

Alex Rusch ist in der ganzen Weiterbildungsbranche bekannt als der Gründer des Rusch Verlages (gegründet 1994), der Noch erfolgreicher! AG (gegründet 2000), des Aufsteiger-Verlages (gegründet 2000), des Alex Rusch Instituts (gegründet 2005) und weiterer Firmen.

Daneben hat er sich in den letzten 20 Jahren als Autor eigener Bücher, Erfolgspakete, Hörbücher und Online-Lehrgänge einen großen Namen gemacht.

Ich bin in die Schweiz gereist. Nach Lenzburg ins Tonstudio des RUSCH-Verlags und habe Alex Rusch getroffen.

 

Sie sind schon eine ganze Zeit in der Weiterbildungsbranche unterwegs und haben die Branche auch geprägt. Wie viele Jahre sind Sie denn dabei und was waren für Sie die Highlights?

Vor 26 Jahren habe ich den RUSCH-Verlag gestartet, den bekannten Hörbuch Verlag und dann kamen weitere Firmen dazu. Im Jahr 2000 dann noch der Aufsteiger-Verlag und dann haben wir auch im Jahr 2000 die Zeitschrift „Noch-erfolgreicher“ lanciert. Wir haben jetzt 20 Jahre „Noch-erfolgreicher“ gefeiert. Dann kam das Alex-Rusch-Institut 2005 dazu und dann noch RUSCH-Consulting.

 

Wow, eine ganze Menge! Sie haben auch ganz viele interessante Persönlichkeiten interviewt und Programme aufgesetzt. Was waren für Sie die nennenswerten Highlights in den 26 Jahren?

Ja wir haben natürlich viele „Big Names“ bei uns hier im RUSCH-Verlag und im Aufsteiger-Verlag und auch in der Zeitschrift. Also Millionen-Bestseller-Autoren und die ganzen „Big Names“ der deutschen Seminar-Szene. Auch die, die leider schon verstorben sind, wie Nikolaus B. Enkelmann. Oder jetzt seine Tochter Claudia Enkelmann. Dann Größen wie Jürgen Höller, Rolf H. Ruhleder, Dr. Ulrich Strunz, Lothar Seiwert, Dirk Kreuter, und so weiter.

Und dann auch die Millionen-Bestseller-Autoren, Das ist die große Stärke des RUSCH-Verlages. Die ganzen Millionen-Bestseller, vor allem auch aus Amerika, wie zum Beispiel „The E-Myth“ von Michael E. Gerber oder auch „Der Weg zu den Besten“ von Jim Collins, oder auch Dale Carnegie, Napoleon Hill, Jack Canfield, T. Harv Eker, und so weiter.

 

Wow, eine ganze Menge! Jetzt führen Sie mehrere Unternehmen, es gibt mittlerweile eine RUSCH-Firmengruppe. Wie viele Unternehmen sind das mittlerweile geworden?

5 Firmen, alle in der Schweiz.

 

Und da bedienen Sie nicht nur den deutschsprachigen Raum, sondern auch darüber hinaus andere Länder?

Also wir haben uns dazu entschlossen, dass wir uns auf den deutschsprachigen Raum konzentrieren. Also wir haben natürlich auch Leute in Belgien, Australien, Amerika, und so weiter. Aber alles Deutschsprachige. Wir haben zwar sechs Hörbücher auf englisch produziert im Jahr 2001 – auch eines mit Jürgen Höller und eines mit Dr. Strunz – aber ich muss ehrlich sagen, die englischen Hörbücher sind trotz guter Sprecher gefloppt

Man muss sich wirklich konzentrieren auf einen bestimmten Markt und der englischsprachige Markt ist sehr stark umkämpft. Dann haben wir uns gesagt, lieber im deutschsprachigen Raum die Nummer 1 sein und nicht die Nummer 12.300 in Amerika.

 

Sehr gut! Darf ich fragen, wie jung bzw. wie alt Sie mittlerweile sind?

Ich wurde kürzlich 51.

 

51! Sie haben mir im Vorgespräch erzählt, dass sie vorhaben, sich zu konzentrieren und einen Teil der Firmengruppe zu verkaufen. Unser Unternehmen beschäftigt sich ja mit Unternehmensnachfolge und Unternehmensverkauf, da gab es jetzt hier einige Gespräche…Darf ich Sie fragen, was Ihre Beweggründe sind? Warum wollen Sie denn jetzt quasi einen Teil Ihrer Firmen verkaufen?

Ich habe meine Firmen natürlich mit viel Passion aufgebaut und im Prinzip aus dem Hobby ein Beruf gemacht. Denn wäre ich nicht der Verleger, wäre ich Kunde von den Firmen der RUSCH-Firmengruppe. Aber irgendwann ist der Zeitpunkt da, wo man einfach sagen muss: Ich mach jetzt seit 26 Jahren die gleichen Dinge. Sicher, wir sind innovativ, es kommen neue Sachen dazu, aber jetzt bei den Hörbuchverlagen ist es ja mehr oder weniger das Gleiche. Es ist schon etwas sehr spannendes. Es war für mich früher auch sehr spannend. Aber was vor 26 Jahren oder vor 15 Jahren für mich noch sehr spannend war, ist jetzt auch Routine geworden.

Und deshalb ist der Zeitpunkt da, jemanden zu finden, der das jetzt übernimmt. Einen Nachfolger oder eine Nachfolger-Gruppe mit neuen Ideen, neuer Motivation, neuer Inspiration und auch vielleicht der Bereitschaft, Dinge zu tun, die ich nicht tun will oder tun kann. Ich habe auch ein paar Ideen im Hinterkopf. Der RUSCH-Verlag würde zum Beispiel unbedingt eine gute App brauchen, damit man die ganzen RUSCH-Hörbücher auf dem IPhone hat. Auch im Bereich Vertrieb könnte man noch mehr machen, weil ich nicht so der Vertriebler bin. Es gibt viele Chancen, die dann wahrgenommen werden können. Zum Beispiel in Amerika hat auch jemand eine ähnliche Firme verkauft und der Nachfolger hat innerhalb von einem Jahr den Umsatz ver-8-facht, weil er einfach bereit war, Dinge zu tun, die der andere nicht tun wollte.

 

Super! Jetzt haben Sie seit 26 Jahren Erfahrung als Unternehmer mit fünf Unternehmen, die Sie führen. Jetzt ist natürlich wichtig, dass Sie den Spirit, den Geist quasi weitergeben und Sie haben vorhin davon gesprochen, dass es heute andere Dinge sind, die Sie motivieren, als damals. Was war denn der Spirit, der Sie über 26 Jahre lang getragen hat?

Also der Spirit war sicher die Passion für Erfolgswissen, neues zu lernen, neue Autoren zu finden, neue Inhalte, neue Themen, also wie werden Personen und Firmen erfolgreicher. Das haben wir dann natürlich auch bei uns angewandt. Also auch ich selber wurde dann zu einem Experten und war dann überrascht, wie stark auch die Marke „Alex Rusch“ dann wurde. Nicht nur die Marke „RUSCH-Verlag“, „Aufsteiger Verlag“, sondern auch „Alex Rusch“. Ich finde es spannend! Ich bilde mich seit ich 17 bin jeden Tag weiter. Auch jetzt sind es noch mindestens zwei Stunden pro Tag, in denen ich mich weiterbilde. Und das ist glaube ich auch der Spirit, der mich antreibt, warum ich auch sehr viel arbeite, eher ein bisschen zu viel. Das wäre auch das Ziel, dass wenn die Firmen verkauft sind, dass ich dann zumindest für ein paar Monate etwas ruhiger lebe.

 

OK, sehr schön! Was werden Sie denn dann tun? Wenn Sie sagen: Ich habe jetzt den Mann, die Frau oder die Gruppe gefunden, wo meine Passion hier weiterlebt, wo einen Teil davon übernimmt und dann entsprechend das Thema weiter forciert, vielleicht sogar steigert und ausbaut. Welchen Dingen möchten Sie dann angehen?

Also einerseits habe ich das im Verkaufskonzept drin. Ich stehe natürlich zur Verfügung, auch beratend, von mir aus auch langfristig und wenn mein Name gebraucht wird, kann dieser genutzt werden. Dafür bin ich offen! Aber es kann natürlich auch sein, dass der neue Käufer sagt, er will es genauso machen wie er es machen will und mich nicht mehr braucht. Das ist für mich auch okay. Ich denke aber, für mich ist es gut, wenn ich so eine kurze Pause habe von vielleicht zwei oder sechs Monaten, um einfach noch neue Ideen zu bekommen, die man eben nicht mehr bekommt, wenn man immer dran ist.

 

Genau! Also wie so ein Sabbatical, wo Sie sagen, da erde ich mich, da komme ich voll und ganz aus dem Thema raus, bin dann kreativ, entwickle neue Ideen und komme mit einem ganz neuen Spirit zurück und kann dann vielleicht ein ganz neues Thema aufrollen.

Genau! Ruhestand ist für mich ohnehin kein Thema! Ich will bis zum Schluss arbeiten. Ich bin Vollblutunternehmer! Ich bin fasziniert von dem Thema Marketing, Unternehmertum, Autopilot, aber auch Gesundheit und finde es spannend etwas zu tun, etwas zu lancieren, ein neues Produkt zu lancieren und zu schauen wie es läuft, und so weiter. Das brauche ich und will ich auch weiterhin so haben. Aber eben auch einfach mal noch neue Dinge, neue Sachen entdecken, noch etwas mehr privat tun, denn mich gibt es ja vor allem als Geschäftsmann und weniger als Privatmann. Da will ich schon das Leben noch mehr entdecken.

 

Sehr schön! Jetzt sind wir ja momentan in 2020, viele sagen „das Corona Jahr“ und die Digitalisierung wurde uns richtig aufgedrückt. Wie war denn die Zeit für Sie? Also zum einen Corona und überhaupt auch die Digitalisierung, denn Sie sind ja mit der Gruppe sehr digital aufgestellt. Was fällt Ihnen dazu ein?

Ja, Sie haben Recht! Wir sind wirklich digital optimal aufgestellt. Das fing eigentlich bei mir an. Habe ich Ihnen auch schon einmal erzählt. Der Weckruf war im Jahr 2000 / 2001 als wir sehr stark gewachsen sind. Da hatten wir plötzlich Chaos und ich musste anfangen, Systeme zu etablieren. Das war so der Startpunkt. Dann 2013 habe ich gesagt, ab jetzt verbringe ich den Winter in Kalifornien. Zwei, drei Monate im Jahr im Winter Kalifornien. Somit musste ich die Firma dann noch eine Stufe besser organisieren. Im Januar bin ich dann wirklich nach Amerika gegangen. Für 6 Wochen im ersten Jahr, dann 8 Wochen im zweiten Jahr und 12 Wochen im dritten Jahr. Das habe ich jetzt achtmal gemacht. Insofern war die Firma schon gut aufgestellt.

Dann haben wir 2016 auch angefangen Remote-Arbeit zuzulassen. 2017 habe ich das Firmengebäude verkauft und dann die Firma fast zu 80 % Remote gemacht. Als Corona kam, war das für uns kein Problem, da ich auch aus der Seminarbranche 2017 ausgestiegen bin. Ich habe dann den RUSCH-Marketing-Diplom-Lehrgang umgebaut als Online-Lehrgang mit 25 Modulen á 4 Stunden. Ich habe das dann drei Jahre im Videostudio wie hier mit fünf Kameras produziert. Es ging etwas länger als erwartet. Ich dachte es dauert ein Jahr. Jetzt ging es drei Jahre, weil ja alles gut vorbereitet werden muss. Aber es ist natürlich super so, denn jetzt hat man alles schön digital und der Kunde kann es auf dem IPad anschauen, auf dem IPhone, auf dem PC. Ich mach das zum Beispiel in der Küche. Ich habe da ein IPad Pro etwas erhöht platziert und so kann ich dann meine Smoothies machen, meine Salate und so weiter und mich weiterbilden.

 

Wow! Auch ein sehr guter Impuls. Ähnlich wie unsere Learning Lounge. Was war denn Ihre größte Herausforderung in den 26 Jahren, wo Sie sagen, das war für mich unternehmerisch sehr anspruchsvoll?

Es gibt natürlich viele Herausforderungen, mal geht’s gut, mal geht’s schlecht. Ich habe natürlich alles durchlebt unternehmerisch. EDV-Herausforderungen, Mitarbeiter-Herausforderungen, Buchhaltungs-Herausforderungen und so weiter. Aber sicherlich die größte, die uns wirklich fast den Kopf gekostet hätte, war als die Nachfrage nach Kassetten stark zurückging.

Am Anfang war es wirklich so, 10 % haben CDs gekauft, 90 % Kassetten und dann hat sich das plötzlich extrem schnell gedreht und plötzlich waren es nur noch 20 % Kassetten und 80 % CDs. Dann mussten wir alles umwandeln und auch neue Umbrüche machen, da die CDs weniger Platz hatten als eine Kassette. Alles musste neu umgebrochen werden im Tonstudio, neue Umschläge gestalten, alles ins Presswerk, Mindestauflage 1.000 Stück pro Hörbuch. Das war recht kostenintensiv und das war eine große Herausforderung.

 

OK, interessant! Ja, Herr Rusch, vielen Dank. Was würden Sie jetzt unseren Zuschauern zuhause raten, was sollen diese tun, wenn sie zum Beispiel mit Unternehmenswachstum, Unternehmenswert steigern, Unternehmensnachfolge oder Unternehmensverkauf unterwegs sind?

Also ich würde empfehlen, dass man sich einfach mal mental mit dem Thema beschäftigt und schaut wie man den Unternehmenswert steigert. Dann vielleicht auch mal ein Buch liest. Immer von Experten lernen, weil…Sie haben es bewiesen! Sie haben eine große Firma verkauft für viel Geld und von diesen kann man am besten lernen.

 

www.alexruschinstitut.com

www.ruschverlag.de