Weniger Steuerbelastung in der Corona-Krise für Selbstständige und Unternehmer

Weniger Steuerbelastung in der Corona-Krise für Selbstständige und Unternehmer

Weniger Steuerbelastung in der Corona-Krise

 

Steuerliche Liquiditätshilfen – Das muss man dazu wissen

Die Wirtschaft leidet unter den verheerenden Auswirkungen der Corona-Krise. Der Wirtschaftskreislauf liegt stellenweise brach und zahlreichen Unternehmen droht jetzt die Insolvenz.

Doch außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen! So haben Bund und Länder ein Milliardenschweres Rettungspaket geschnürt und weitere Unterstützungen möglich gemacht, um der deutschen Wirtschaft in dieser schweren Zeit unter die Arme zu greifen.

Neben einer Erleichterung der Anmeldung von Kurzarbeit, unbürokratischen Soforthilfen und dem vereinfachten Zugang zu Krediten, Bürgschaften und Darlehen wurden auch die Finanzämter angehalten, Nachsicht walten zu lassen, um Unternehmen nicht noch mehr in die Bredouille zu bringen.

Dabei sollte allerdings nicht vergessen werden, dass es sich hinsichtlich der steuerlichen Liquiditätshilfen lediglich um Empfehlungen von Bund und Länder handelt. Es sind also KANN und keine MUSS Regelungen, weshalb wir dringend empfehlen, erst mit dem Steuerberater Rücksprache zu halten und dann mit dem Finanzamt das Gespräch zu suchen.

 

Möglichkeiten der Steuererleichterungen

Grundsätzlich bestehen im Hinblick auf Steuererleichterungen folgende Möglichkeiten:

  • Herabsetzung oder Aussetzung laufender Vorauszahlungen zur Einkommens- bzw.

Stundung fälliger Steuerzahlungen sofern die Zahlungsunfähigkeit durch die Pandemie belegbar ist

(Gilt nicht für Abzugssteuern wie der Lohn- oder der Kapitalertragssteuer!)

  • Erlass von Säumniszuschlägen
  • Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen bis 31.12.2020
  • Vollständige Erstattung der Sozialbeträge im Falle ausgefallener Arbeitsstunden. Die Entscheidung hierüber fällt allerdings die Krankenkasse.

 

Bedingungen der Steuererleichterungen

  • Natürlich sind diese durchaus attraktiven Möglichkeiten der Steuererleichterung an Bedingungen geknüpft, die es zu erfüllen gilt, um wirklich aussichtsreiche Chancen auf Erfolg zu haben.
  • Zunächst müssen Unternehmen in verständlicher Form nachweisen können, dass sie unmittelbar und schwer von der Corona-Krise betroffen sind. Dafür sollte möglichst mindestens einer der folgenden Punkte vorliegen:
  • Das Unternehmen musste geschlossen werden (z. B. wegen eines auferlegten Betriebsverbots)
  • Bei dem Unternehmer oder einem seiner Mitarbeiter wurde eine Corona-Infektion diagnostiziert
  • Die Auftragslage ist, bedingt durch Corona, in erheblichem Maße zurück gegangen
  • Gestellte Rechnungen können aufgrund von Corona nicht beglichen werden
  • Es drohen wegen Corona hohe Umsatzeinbußen, weshalb die laufenden Kosten nicht bezahlt werden können
  • Es wurde Kurzarbeit angemeldet
  • Man erhält staatliche Unterstützung aufgrund der Corona-Krise

Steuerstundungen beantragen

Können Steuerschulden wegen Corona aktuell nicht beglichen werden, sollte bei dem zuständigen Finanzamt um Stundung gebeten werden. Greift eine der oben genannten Bedingungen stehen die Chancen gut, die Steuerstundung bis zum 31.12.2020 zinslos zu erhalten.

Um hier möglichst schnell Entlastung zu erfahren, empfehlen wir folgende Vorgehensweise:

  • Spreche mit deinem Steuerberater
  • Melde dich telefonisch bei der Veranlagungsstelle im zuständigen Finanzamt, schildere die gegenwärtige Situation und bitte um Stundung der Steuerschulden
  • Beantrage die Steuerschuldung anschließend direkt auch schriftlich, um ganz sicher zu gehen

Was es trotz der attraktiven steuerlichen Liquiditätshilfen zu beachten gilt

Bei allem Tatendrang ist es wichtig im Hinterkopf zu behalten, dass es sich lediglich um Erleichterungen handelt und einem keinesfalls etwas geschenkt wird. Das Finanzamt wird voraussichtlich im nächsten Jahr auf Zahlung der gestundeten Beträge pochen und dann solltest Du ausreichend liquide sein. Bilde deshalb unbedingt Rücklagen!

Bleibe in regelmäßigem Austausch mit deinem Steuerberater und ggf. dem zuständigen Finanzamt, um sicherzustellen, dass nichts untergeht. Eventuell müssen mehrere Anträge gestellt werden!

Fazit

Wir können es nur immer wieder wiederholen. Wenn Du es noch nicht getan hast, suche unbedingt das Gespräch mit deinem Steuerberater bezüglich deiner Möglichkeiten. Nutze jede Hilfe, die Du bekommen kannst, um möglichst liquide zu bleiben und durch diese für uns alle sehr schwere Zeit zu kommen. Aktive Kommunikation ist sehr wichtig!

Erfolgreiche Grüße

Michael & Daniel